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👋 Willkommen zum LogTech Pulse vom 03.03.2026!
Heute blicken wir auf ein absolutes Beben im LogTech-Markt: KI frisst nicht nur operative Logistikjobs, sondern mittlerweile auch die Software-Unternehmen selbst. Dazu schauen wir auf die nächste Evolutionsstufe der Supply Chain: Agent-to-Agent Kommunikation.
Agenda 📋
Editorial: Willkommen in der A2A-Economy
Marktbeben: WiseTech entlässt 30 % für die KI-Ära
Deep Dive: Agentic Operations & das Ende der klassischen API
Use-Case: KI-Agenten übernehmen Track & Trace
Security: AI befeuert massive Betrugswelle
Compliance: Zölle & der Run auf Erstattungs-Tools
Hardware: Samasz & Remmert Smart Factory
Spotlight: Die Illusion der Kontrolle (Podcast)
Editorial
Willkommen in der A2A-Economy
B2B war gestern. Die Zukunft der operativen Supply Chain heißt A2A (Agent-to-Agent).
Bisher haben wir darüber nachgedacht, wie ein KI-Agent einem Menschen hilft, schneller E-Mails zu beantworten oder Raten zu vergleichen ("Human in the Loop"). Doch der eigentliche Hebel, über den Vordenker aktuell diskutieren, ist der "Machine Communication Protocol" (MCP) Layer.
Was bedeutet das konkret? Der KI-Agent des Verladers verhandelt vollautomatisch und in Millisekunden mit dem KI-Agenten des Spediteurs. Sie tauschen Raten aus, buchen Kapazitäten und klären Exceptions – ganz ohne menschliches Zutun und ohne starre, teure API-Integrationen, die monatelang programmiert werden müssen.
Wenn Systeme über natürliche Sprache und Agentenprotokolle direkt miteinander kommunizieren, ändert sich die DNA der Supply Chain. Die operative Schicht wird zu einem autonomen Ökosystem. Wer heute seine IT-Landschaft plant, muss aufhören in Dashboards für Menschen zu denken. Die relevantesten "Nutzer" deiner Software werden in drei Jahren andere Maschinen sein.
🗞 LogTech News & Updates
Hier sind die wichtigsten Entwicklungen der letzten zwei Wochen, kuratiert für dich:
M&A/Marktbeben: WiseTech streicht fast 30 % der Stellen
Ein absoluter Schock für die SaaS-Welt: Der Branchenriese WiseTech Global (CargoWise) entlässt fast 30 % seiner Belegschaft, um sich "auf die KI-Ära vorzubereiten".
Warum das wichtig ist: Bisher sprachen wir immer darüber, wie Software Logistiker effizienter macht. Jetzt sehen wir, wie KI die Software-Unternehmen selbst radikal verschlankt. Wenn ein Tech-Gigant durch KI-gestütztes Coding und Automatisierung ein Drittel seiner Leute nicht mehr braucht, ist das ein lauter Vorbote für die gesamte Tech-Branche.
Deep Dive: Der AI-Powered Operating Layer
Passend zum Editorial: Die Analysten von Logistics Viewpoints haben den Trend zur "Agentic Supply Chain" in einer Serie zerlegt. Die Kernaussage: Wir bewegen uns weg von reinen "Insights" hin zu Handlungen. Der operative Layer der Zukunft besteht aus Agenten, die auf Basis von Kontext selbstständig agieren.
Use-Case: KI-Agenten für Track & Trace
Wie sieht das in der Praxis aus? Startups und etablierte Player setzen KI-Agenten ein, um den wohl repetitivsten Prozess der Logistik zu automatisieren: Track & Trace. Statt Portale abzutippen, scannen Agenten E-Mails, Carrier-Websites und Dokumente und aktualisieren das TMS autonom.
Security: AI befeuert massive Betrugswelle
Die dunkle Seite der Technologie: Der Einzelhandel und die Logistik erleben einen massiven Anstieg an Betrugsfällen (Fraud), der durch KI angetrieben wird.
Die Warnung: Von gefälschten Frachtpapieren bis hin zu Voice-Cloning bei Abholungen – die Abwehrmechanismen in der Supply Chain müssen dringend aufgerüstet werden.
Compliance: Zölle & der Run auf Erstattungs-Tools
Neue US-Zollbestimmungen (IEEPA) führen zu einer Flut an fehlerhaften Einträgen. Die Folge: Ein massiver Bedarf an automatisierten Tools für Zollerleichterungen und Rückerstattungen.
Insight: Regulatorisches Chaos ist oft der lukrativste Nährboden für spezialisierte LogTech-Lösungen.
Hardware: Landmaschinenhersteller setzt auf Remmert
Ein schöner Beweis, dass neben aller KI die Hardware das Rückgrat bleibt: Der polnische Landmaschinenhersteller Samasz rüstet seine "Smart Factory" mit vollautomatischen Langgut- und Blechlagern von Remmert aus. Physische Automatisierung ist die Basis für jeden digitalen Zwilling.
📚 Lesenswert am Rande
Execution is the Edge: Fast 80 % der Supply Chain Leader sagen, dass die reine Ausführung (Execution) mittlerweile der wichtigste Wettbewerbsvorteil ist. Strategie ist gut, aber wer die PS im Alltag nicht auf die Straße bringt, verliert.
Link zum Artikel
Spotlight: Die neueste Podcast-Folge
Die Illusion der Kontrolle: Warum die KI den Menschen doch ersetzen wird
News-Episode mit Steffen & Jannik
Ist der "Human in the Loop" nur eine beruhigende Illusion? In dieser News-Folge diskutieren wir über den fundamentalen Wandel unserer Arbeitswelt und die unbequeme Frage, ob Künstliche Intelligenz administrative Jobs in der Logistik nicht doch in den nächsten 10 Jahren komplett ersetzen wird.
Wir sprechen über den Rollenwechsel vom klassischen Planer hin zum "Parametrisierer", der KI-Agenten orchestriert. Dabei beleuchten wir die riesige Lücke zwischen der LinkedIn-Tech-Bubble und der Realität im Mittelstand.
Exklusiver Einblick hinter die Kulissen: Wir erklären, wie wir mit Tools wie Claude, n8n und Obsidian eine eigene "Second Brain"-Datenbank für den LogTech-Podcast aufbauen und warum klassisches Prompting im Browser eigentlich schon überholt ist.
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Key Takeaways aus der Episode:
Das Ende des "Human in the Loop": Die Vorstellung, dass der Mensch immer als Kontrollinstanz bleibt, bröckelt. Wenn KI sich selbst schreibt und optimiert (wie bei Claude), werden rein administrative Dispo- und Buchhaltungsjobs in 10 Jahren obsolet sein.
Vom Planer zum Parametrisierer: Wir machen bald nicht mehr die Arbeit selbst, sondern stellen nur noch die Regeln auf. Die Gefahr: Wie transferieren wir das tiefe, implizite Praxiswissen der Boomer-Generation (z.B. per Smart Glasses) in die Systeme, bevor sie in Rente gehen?
Prompting ist überholt: Wer heute noch für jede Frage einen neuen Tab bei ChatGPT aufmacht, verschwendet Zeit. Wiederkehrende Prozesse müssen über Agenten und Tools wie n8n im Hintergrund laufen.
Zitat aus der Folge:
"Ich bin mir mittlerweile zu 1000 % sicher: Es wird in 10 Jahren keine Buchhaltungsjobs mehr geben. Der Erste, der es schafft, die Datengrundlage in der Spedition digital bereitzustellen, braucht für die Koordination keine Mitarbeiter mehr."
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