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👋 Willkommen zum LogTech Pulse vom 07.07.2026!

In unserer letzten Ausgabe vom 23.06.2026 haben wir darüber berichtet, wie Technologie immer näher an den operativen Kern rückt, beispielsweise durch den Zukauf physischer Transportkapazitäten durch NexDash. Diese Woche sehen wir eine ähnliche Entwicklung auf der Softwareseite: Reine Sichtbarkeit reicht dem Markt nicht mehr aus. Führende Plattformen entwickeln sich von passiven Dashboards zu aktiven, KI-gesteuerten Systemen, die operative Prozesse direkt ausführen und steuern.

🗓️ Agenda

  1. Editorial: Die Evolution der Sichtbarkeit: FourKites setzt auf autonome Ausführung

  2. HelloFresh steigert Kapazität in der Kühllogistik mit Robotereinsatz

  3. Melkus Mechatronic eliminiert tote Winkel bei fahrerlosen Transportsystemen

  4. Orchestrierung im Lager: Der Trend geht zu vernetzten Systemen

  5. Geopolitisches Lagebild: Anpassungsfähigkeit als neuer Standard

  6. Lesenswert am Rande

💡 Editorial: Die Evolution der Sichtbarkeit: FourKites setzt auf autonome Ausführung

Der Markt für Echtzeit-Sichtbarkeit in der Lieferkette steht vor einem grundlegenden Wandel. Wie das Branchenportal The Loadstar berichtet, verschiebt der Sichtbarkeitsspezialist FourKites seine strategische Positionierung weg von der klassischen Shipment Visibility hin zu einer KI-gestützten Ausführung (AI Execution).

Bisher lag der Fokus von Visibility-Plattformen vor allem darauf, Verspätungen oder Probleme auf Dashboards anzuzeigen. Der Nutzer musste die Abweichungen manuell prüfen und beheben. FourKites bricht dieses Muster nun auf: Über neue Funktionen wie Booking Connect und Inventory Twin sollen Echtzeitdaten direkt in autonome Workflows übersetzt werden. Das System zeigt Probleme nicht mehr nur an, sondern wählt selbstständig Transportdienstleister aus, löst Buchungen aus, verarbeitet Dokumente und steuert Ausnahmeprozesse im Bestandsmanagement autonom.

Diese Entwicklung verdeutlicht, dass reine Transparenz in modernen Lieferketten an Wert verliert, wenn sie nicht direkt in Aktion übersetzt wird. Der Trend geht weg von isolierten Datenströmen und hin zu geschlossenen Regelkreisen, in denen Software die operative Ausführung übernimmt. Für LogTech-Anbieter bedeutet dies: Wer langfristig wettbewerbsfähig bleiben will, muss den Schritt vom reinen Beobachter zum aktiven Gestalter der Prozesse vollziehen.

Quelle: The Loadstar

📰 Meldungen

HelloFresh steigert Kapazität in der Kühllogistik mit Robotereinsatz

Der Kochboxen-Anbieter HelloFresh hat an seinem US-Standort in Phoenix eine neue Roboterflotte in Betrieb genommen. Durch den Einsatz von autonomen Locus Origin Robotern des Herstellers Locus Robotics kann das Unternehmen die Kapazitäten für die gekühlte Auftragsabwicklung signifikant erhöhen. Die robotergestützte Kommissionierung ermöglicht es HelloFresh zudem, eine deutlich größere Vielfalt an unterschiedlichen Artikeln und Bestandseinheiten (SKUs) effizienter zu handhaben.

Warum das wichtig ist: Die Automatisierung von temperaturgeführten Bereichen gilt aufgrund der anspruchsvollen Umgebungsbedingungen als technisch schwierig. Der erfolgreiche Einsatz zeigt, dass mobile Robotik im Frischebereich an Marktreife gewinnt und direkt zur Skalierung komplexer E-Commerce-Modelle beiträgt.

Melkus Mechatronic eliminiert tote Winkel bei fahrerlosen Transportsystemen

Der österreichische Hersteller Melkus Mechatronic stattet seine fahrerlosen Transportsysteme (AGVs und AMRs) mit rundum angeordneten Sicherheitsscannern aus. Durch diese lückenlose Laser-Sicht werden sämtliche toten Winkel der flächenbeweglichen Palettentransporter eliminiert. Die verbesserte Sensorik schützt nicht nur Personen im Arbeitsumfeld, sondern erlaubt es den Fahrzeugen auch, in jeder Ausrichtung - beispielsweise bei einer Querfahrt - mit maximaler Geschwindigkeit zu navigieren.

Warum das wichtig ist: In engen Lagerumgebungen mussten fahrerlose Transportsysteme ihre Geschwindigkeit bei Richtungswechseln bisher oft drosseln. Die lückenlose Sensorüberwachung steigert die Sicherheit und erhöht gleichzeitig den physischen Durchsatz in der Intralogistik.

Orchestrierung im Lager: Der Trend geht zu vernetzten Systemen

Die Lagerautomatisierung entwickelt sich weg von isolierten Einzellösungen hin zu flexiblen, softwaregesteuerten Gesamtsystemen. Branchenexperten betonen, dass der Schlüssel zu resilienten Prozessen in der Orchestrierung liegt. Anstatt starre, proprietäre Einzelsysteme zu betreiben, setzen moderne Distributionszentren zunehmend auf offene Orchestrierungsplattformen. Diese führen Daten von Robotern, klassischen Fördersystemen und manuellen Prozessen in Echtzeit zusammen, um dynamisch auf veränderte Anforderungen reagieren zu können.

Warum das wichtig ist: Reine Hardwareinvestitionen verpuffen ohne die passende Software-Infrastruktur. Erst die intelligente Vernetzung und Orchestrierung unterschiedlicher Technologien ermöglicht die Flexibilität, die der moderne Omnichannel-Handel fordert.

🌍 Geopolitisches Lagebild

Anpassungsfähigkeit als neuer Standard im State of Logistics Report

Der aktuelle "37th State of Logistics"-Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass anhaltende Störungen der globalen Lieferketten kein temporäres Phänomen mehr sind. Geopolitische Spannungen, veränderte Handelspolitiken, anhaltender Fachkräftemangel und volatile Kostenstrukturen haben sich zu dauerhaften Rahmenbedingungen entwickelt.

Laut dem Bericht sind Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit (Resilienz) zu den entscheidenden Wettbewerbsfaktoren für Unternehmen geworden. Um in diesem volatilen Umfeld handlungsfähig zu bleiben, investieren Organisationen verstärkt in künstliche Intelligenz, Automatisierungstechnologien und datengestützte Entscheidungssysteme. Ziel ist es, die eigenen Logistiknetzwerke flexibler zu gestalten und schneller auf externe Schocks reagieren zu können.

📚 Lesenswert am Rande

  • 6 AI developments reshaping supply chain software - Künstliche Intelligenz wird zum festen Bestandteil von Planungs- und Ausführungssoftware. Generative KI und Copiloten verbessern bereits spürbar die Prognosen, das Bestandsmanagement und die Transportplanung. → Logistics Management

  • Looking at why supply chain tech ROI falls short - Viele Unternehmen verfehlen ihre Renditeziele bei Softwareinvestitionen. Der Grund: Sie fokussieren sich zu stark auf die reine Softwareauswahl, anstatt Datenqualität, Change Management und die strategische Ausrichtung in den Vordergrund zu stellen. → Logistics Management

  • Digital twins, software maturity lead manufacturing automation trends - Auf der Automate-Konferenz zeichnet sich ab, dass digitale Zwillinge und KI-gestützte Simulationen immer kostengünstiger werden. Unternehmen optimieren damit ihre Prozesse virtuell, bevor sie physisch umgesetzt werden. → Supply Chain Dive

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